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SPD und Grüne;gemeinsame Stellungnahme zu "Gerthe West"

Stadtentwicklung

SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Nord
Fraktion Die GRÜNEN in der Bezirksvertretung Bochum-Nord

Gemeinsame Stellungnahme von SPD und GRÜNE Bochum-Nord zu den geplanten Wohngebieten in Gerthe-West und Hiltrop

Als SPD und GRÜNE befinden wir uns im Bochumer Norden in einem Zielkonflikt: Wir wollen für alle, die hier leben, eine gesunde und lebenswerte Umwelt erhalten. Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung – die Stadt Bochum hat am 4. Juni 2019 den Klimanotstand ausgerufen - wird auch die Erhaltung eines gesunden Stadtklimas immer dringender. Gleichzeitig wollen SPD und GRÜNE auch dafür Sorge tragen, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung steht.
Auch in Bochum wird der Wohnraum knapper und teurer. Um neuen Wohnraum zu schaffen, sollen zunächst Altbestände modernisiert und Leerstände aktiviert werden. Wir brauchen aber stadtweit - so auch im Bochumer Norden - zusätzlich neue Wohnungen, insbesondere preisgünstige, öffentlich geförderte sowie alters- / familien- und behindertengerechte Wohnungen. Neben Baulücken und Brachflächen wird man aus Sicht von SPD und GRÜNE auch bisher nicht genutzte Flächen in Anspruch nehmen müssen. Das darf nicht als Regelfall erfolgen sondern nur nach intensiver Prüfung der ökologischen Auswirkungen. Gleichzeitig muss der Flächenverbrauch kompensiert werden.
Die Forderungen für die Bebauung in Hiltrop und Gerthe-West lauten deshalb:


1. Wir wollen die vorhandenen Grünflächen in Gerthe und Hiltrop in größtmöglichem Umfang erhalten. Diese Frischluftentstehungsgebiete sind für die Lebensqualität von existentieller Bedeutung und müssen deshalb gesichert werden. Vor diesem Hintergrund wird die geplante Bebauung südlich des Schmalen Hellwegs von SPD und GRÜNE abgelehnt.

2. Die Bebauung von bisherigen Freiflächen im Plangebiet „Gerthe West“ soll auf dem alten Kirmesplatz am Castroper Hellweg, an der Hiltroper Landwehr, rund um das Krankenhaus Gerthe und auf dem Sportplatz Am Hillerberg des BV Hiltrop durchgeführt werden (bei einer Bebauung auf dem Sportplatz - Gelände ist eine Ersatzfläche für den Sportplatz in räumlicher Nähe bereitzustellen).

3. Landschaftsschutzgebiete müssen erhalten bleiben und im Status dauerhaft gesichert werden.

4. Um den CO²-neutralen Verkehr zu erleichtern ist ein durchgehender Grünzug mit Fuß-/ Fahrradweg durchs ganze Plangebiet zu schaffen. Das dort vorhandene Ruderalgrün soll dabei weitestgehend erhalten bleiben.

5. Die für „Gerthe-West“ ausgewiesene Zielgröße von 800 Wohneinheiten muss daher deutlich nach unten korrigiert werden. Die Anzahl der Wohneinheiten muss stattdessen auf eine dem Plangebiet angemessenen Anzahl angepasst werden.

6. Das gesamtstädtische Ausbauziel ist aus unserer Sicht spätestens 2022 neu anzupassen, wenn die Ergebnisse der bundesweiten Wohngebäudezählung vorliegen.

7. Die Vorgabe für 30 % geförderten Wohnungsbau ist unbedingt einzuhalten. Die Grundstücksvergabe soll nach Erbbaurecht erfolgen. Baugenossenschaften und Wohnprojekte sollen vorrangig berücksichtigt werden.

8. Besonders wichtig ist aus Sicht von SPD und GRÜNE ein ausreichender ökologischer Ausgleich (reale Entsiegelung oder verbindlicher Schutz vor zukünftiger Versiegelung) beispielsweise auf dem Thyssen-Krupp-Gelände an der Kornharpener Straße oder am Bövinghauser Hellweg. Alle Kompensationsmaßnahmen müssen im
Bochumer Norden erfolgen.

9. Voraussetzung für die Realisierung des Projekts ist zudem ein Verkehrskonzept, welches auch den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn 308/318 nach Cöppencastrop beinhaltet. Ebenso wird ein integriertes Parkraumkonzept unter Vermeidung von (Neu-) Versiegelungen gefordert.


Bochum-Gerthe, 14. Januar 2020
gez. Philipp Welsch (Fraktionsvorsitzender SPD Bochum-Nord)
gez. Christian Schnaubelt (Fraktionsvorsitzender GRÜNE Bochum-Nord)