SPD Bochum-Bergen
 

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Ihr Oberbürgermeister

 

 

 

Vereinsleben in Bergen:

 

 

 

Wen kann man wählen?

Wahlen

Herr Professor Günter Brakelmann hat anlässlich der OB-Wahl in Bochum einige nachdenkliche Zeilen verfasst; wir sind der Auffassung, dass diese weiterhin sehr lesenswert sind:

"Natürlich ist es manchnal eine schwierige Entscheidung, welche der Parteien man denn wählen soll.

Als ein Kriterium gilt für mich, Parteien zu wählen, die in der deutschen Geschichte verwurzelt sind und Jahrzehnte hindurch gelernt haben sachgerechte und menschengerechte Politik zu entwickeln. Sie müssen innenpolitische, wirtschaftspolitische und außenpolitische Kompetenz bei sich versammelt haben, um regieren zu können. Es ist keine leichte Aufgabe, in der heutigen komplexen und komplizierten Welt das Notwendige und Richtige zu tun.

Nun bieten sich kleinere, im Schnellverfahren gegründete Parteien an, die verkünden, die großen Lösungen für alle Probleme zu haben. Sie ergehen sich in einem rhetorischen Radikalismus und malen utopische Zukunftsgemälde, um die Unzufriedenheitspotentiale in der Gesellschaft, die natürlich da sind, politisch für sich zu aktivieren. Meistens redet nach wenigen Jahren keiner mehr von Ihnen, weil sie von ihrer intellektuellen Kraft her überhaupt nicht in der Lage sind, die Fülle der Problemfelder zu beherrschen und entsprechend konkrete Verantwortung zu übernehmen. Aber sie können in bestimmten Situationen politischen Flurschaden anrichten.

Psychologisch ist es zu verstehen, dass etliche Bürger in Protestwahlen ihre Gefühle zum Ausdruck bringen und es ist zu verstehen, dass etliche Bürger  ihre unmittelbaren Eigeninteressen agressiv formulieren. Aber unsere Lebenswelten und Verhältnisse sind zu vielschichtig geworden, um sie mit einigen Parolen und Globalentwürfen zu einer neuen Welt machen zu können.

Es bedarf harter sachkompetenter Dauerarbeit und ständiger moralischer Anstrengungen , um zu verantwortlichen Lösungen zu kommen.

Lautes Geschimpfe und ekstasisches Gegröle, agressive Drohungen und Verunglimpfungen des politischen Gegners wie Angriffe auf bestimmte Berufsgruppen sind nun mal keine rationalen politischen Argumente, sondern vergiften das gesamtpolitische Klima.

Man sollte aus Gründen der historischen Erfahrung und der politischen Vernunft die Parteien wählen, die durch ihre jahrzehntelange Praxis gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, gesellschaftlichen Fortschritt ohne ideologische Kriegsbeile zu leisten.

Und um die Schreier und die politischen Eintagsfliegen in die Schranken zu weisen, sollten die Klügeren unter den Bürgern den Weg zur Wahlurne finden. Sie stabilisieren dadurch unsere bewährte Demokratie und machen sie offen für weitere notwendige Reformen."